Mit der vorliegenden Parkraum-Analyse gewinnt man einen realistischen
Überblick über das Parken in der Lahrer Innenstadt. 492 Parkplätze befinden
sich im öffentlichen Straßenraum, davon sind 82 %  gebührenpflichtig,  221 Parkplätze sind Anwohnerparkplätze, also fast die Hälfte.

Aus Sicht der CDU-Fraktion ist das eine sehr magere Ausbeute für eine Stadt von der Größe Lahrs.

In den Parkhäusern wurden 606 Stellplätze ermittelt. Davon sind 415 für Kurzparker und 191 für Dauerparker.

Die Tiefgaragenbetreiber beklagen die schlechte Auslastung. Der Grund
für diese Misere geht ganz deutlich aus dem vorliegenden Parkhaustest hervor. So führen Parkplatzbreiten von unter 2.30 m, geringe Einfahrtshöhen sowie weitere Mängel des Bauzustandes zu einer "akuten Gefährdung der Nutzer" (Originalton Gutachten). Die Baumängel sind für sehr viele Mitbürger verständliche Gründe, die Parkhäuser zu meiden. Die Folge ist, dass dadurch auch die Innenstadt nicht mehr von allen Bürgern mit dem PKW angefahren wird. Die Märkte am Rande der Innenstadt  wie der REWE, LIDL, ALDI und die ARENA bieten den Bürgern auch die innenstadtrelevanten Waren an. Auf deren Parkplätzen kann man zum Nulltarif sehr komfortabel mit allen Fahrzeuggrößen und Typen parken. In den Parkhäusern hat man die Mindestvorschriftsgrößen nicht eingehalten. Wenn ich in meinem Lehrbuch
aus dem Jahr 1959 nachschlage, hat man damals schon eine Parkplatzbreite von 2,30 m angegeben, hat aber 2,50 m empfohlen. Dies galt auch für unsere Parkhäuser, die zu der Zeit noch gar nicht gebaut waren.      

Unverständlich ist, dass man im Gutachten  die Parkplätze von 2,10 m bzw. 2,20 m Breite überhaupt registriert hat, weil sie zum größten Teil nicht genutzt werden können. Zu geringe Rampenbreiten, keine Frauen- keine Behindertenparkplätze, keine Barrierefreiheit, zu geringe Fahrstuhlbreiten - das sind alles Ausschlusskriterien für zahlreiche Benutzergruppen.

Wenn man die Zu- und Abfahrt zur Tiefgarage am Markplatz betrachtet,
so zeugen die Schrammen an den Wänden und Pfeilern von zahlreichen
teuren Blechschäden. Da kommt bei den Nutzern kaum Freude auf mehr
auf. Hier muss auf Kosten von Parkplätzen die Zu- u. Abfahrt optimiert werden.

Ob die Befragung überhaupt repräsentativ war, ist zu bezweifeln. An Tagen im Februar und März bei einer Temperatur von 2 - 10° ist die Lahrer Innenstadt nicht gerade überfüllt bzw. am 10. 10. 12 hat man die Befragung wegen schlechten Wetters sogar abgebrochen.

Der Einzelhandel in der Innenstadt ist auf ein gutes Parkplatzangebot angewiesen, denn zu 68 % werden die Einkäufe immer noch mit dem PKW durchgeführt.  

Wenn das Gutachten davon ausgeht, dass in den Parkhäusern viele Kapazitäten ungenutzt sind, dann stellt sich doch die berechtigte Frage: warum werden die leer stehenden Parkplätze nicht belegt? Da zitiere ich gerne die Kernaussage des Parkraumkonzeptes: "Qualität vor Quantität". Guter Parkraum ist in unserer Stadt aus Sicht der CDU immer noch ein knappes Gut!

Bisher unbewirtschaftete Parkplätze sollen künftig mit Gebühren belegt werden oder den Bewohnern vorbehalten bleiben. Dies führt dazu, dass weitere
Kurzzeitparkplätze entfallen, die Bürger meiden deshalb die Innenstadt und die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wächst. Wie schon erwähnt, kann man den täglichen Bedarf durchaus in den Märkten am Rande der Innenstadt decken.

Durch das neue Kino am Urteilsplatz steht nun der Kulturparktarif zur Debatte. Das ist ein erfreulicher Beitrag zu Belebung der Innenstadt auch in den Abendstunden. Durch den Kinobetreiber ist jetzt endlich einmal auch Bewegung in die Öffnungszeiten gekommen. Die CDU-Fraktion präferiert Öffnungszeiten der Parkhäuser von Montag bis Samstag 7.oo bis 24.oo Uhr, auch an Sonn-
und Feiertagen sollte eine Öffnung erwogen werden.

Unsere Empfehlung an die Tiefgaragenbetreiber lautet, eine Mindestparklatzbreite von 2.50 m anzubieten und insbesondere die Zu- und Auffahrten gerade in der Marktplatzgarage so zu gestalten, dass auch die weniger versierten Autofahrer ohne Schrammen zurechtkommen können. Ein möglicher Komfortzuwachs
fördert ganz bestimmt auch die Akzeptanz der Parkhäuser. Ein schlechtes Produkt verbleibt vielfach als "Ladenhüter". In der Tiefgarage "Stadtmitte "(Kino) sind das ca. 80 Parkplätze, die nur zögerlich genutzt werden, weil sie zu schmal sind.

Fehlende Langzeitparkplätze in der Innenstadt bewirken eine Blechlawine
im Straßenraum der angrenzenden Wohngebiete. Dadurch leidet dort die Wohnqualität und eine Immobilie erzielt keinen Höchstpreis. Eine Parkpalette in der Turmstraße könnte eine deutliche Verbesserung der derzeitigen Situation bringen.

Eine ähnliche Situation ist auch am Lahrer Bahnhofsumfeld zu verzeichnen.
Die dortigen Anwohner haben nicht nur unter dem Bahnlärm zu leiden. Im weiten Umfeld des Bahnhofes sind die Wohnstraßen zugeparkt. Selbst
Privatparkplätze werden zum Dauerparken zweckentfremdet. Nur  bahnhofsnahe Park- & Ride-Parkplätze könnten den Parkdruck mildern.
Das vorliegende Parkraumkonzept für die Innenstadt kann also nicht befriedigen. Vielmehr ist unbedingter Handlungsbedarf angesagt. Wenn einmal die gesamten Defizite abgearbeitet sind, dann hat sich diese Bestandsaufnahme gelohnt. Eine attraktive Innenstadt ist auf ein gutes Parkplatzangebot angewiesen. . Erste Verbesserungen wurden bereits betätigt, der Anfang wäre gemacht. Ich bin gerne bereit, bei der weiteren Optimierung der Parkierungssituation in der Stadt mitzuwirken


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