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14.06.2017, 18:30 Uhr | Übersicht | Drucken
EU-Abgeordneter Brok sieht Europa auf gutem Kurs

Brexit-Beauftragter des Europäischen Parlaments informiert auf Ein-ladung des Bundestagsabgeordneten Peter Weiß bei der CDU in Lahr

Unser Bild zeigt Elmar Brok (li.) und Peter Weiß (re.).
 
„Europa selbst kommt seit Brexit und Trump gut voran“, betonte der EU-Abgeordnete Elmar Brok auf Einladung des Bundestagsabge-ordneten Peter Weiß bei einer Veranstaltung der Lahrer CDU. Als Brexit-Beauftragter des EU-Parlaments ist Brok direkt an den Aus-trittsverhandlungen beteiligt. Während die restlichen EU-Staaten durch den Brexit näher zusam-mengerückt seien, prophezeite Brok dem Vereinigten Königreich am Mittwochabend eine düstere Zukunft: „Wenn die Verhandlungen nicht innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden, müssen die Briten die EU ohne jegliche Regelung verlassen. Das wäre ein harter Brexit“, so Brok. 90 Prozent aller Waren würden dann besteuert. „Die Konzerne wollen aber einen Zugang zum EU-Markt und werden ihre Standorte dorthin verlegen“. Trotz der negativen Auswirkungen sprach sich der EU-Politiker dage-gen aus, den EU-Binnenmarkt für die Briten ohne jede Gegenleis-tung zu öffnen. „Ein Land, das die EU verlässt, kann nicht die glei-chen Vorteile haben wie ein Land, das drin bleibt“, betonte Brok. Auch die Nicht-Mitglieder Schweiz und Norwegen hätten Zugang zum Binnenmarkt, leisteten dafür aber einen beträchtlichen finanziel-len Beitrag. „Wir brauchen klare Regeln“, meinte Brok. Dazu gehöre ein Bleiberecht für EU-Bürger in Großbritannien und umgekehrt für Briten in Europa. Individuellen Handelsabkommen zwischen den Briten und einzelnen EU-Staaten erteilte er eine Absage. Überhaupt sei die Ausgangsposition für die Europäer besser als allgemein ge-dacht: „Zusammen haben wir einen Anteil am Welthandel, der größer ist als der amerikanische und chinesische zusammen. Wir sind uns dieser Stärke gar nicht bewusst, dabei können wir nur gemeinsam überleben“, so Brok weiter. Durchaus optimistisch äußerte sich der langjährige EU-Politiker auch in Bezug auf die USA. „Man sollte nie den Fehler machen, von einem Präsidenten auf ein ganzes Land zu schließen“, sagte er. Für die Zu-kunft versuchte Brok ein positives Bild zu zeichnen. Der türkische Präsident Erdogan versuche zwar, einen Islamistenstaat zu errichten, aber immerhin halte er sich an den mit der EU ausgehandelten Flüchtlingsdeal. „Schon deshalb sollten wir die Tür nicht zuknallen“. Und auch sonst gebe es viele gute Zeichen in Europa. „Das sehen wir in Frankreich. Macron hat eine Kampagne für Europa geführt – und gewonnen“. Jörg Zähringer Wissenschaftlicher Mitarbeiter


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